Newsartikel - Weinbau in Frankreich

Datum: Montag, 27. August 2012

Einleitung:

Gallia Narbonensis

Weinanbau in Frankreich

In der Provinz Gallia Narbonensis schufen die Römer ein großes Weinbaugebiet, das ganz Gallien mit Wein versorgte und bald auch Rom belieferte.


Inhalt:

Der Weinbau in Gallien in der Römerzeit

Im 1. Jahrhundert n.Chr. revolutionierte eine Rebsorte die Geschichte des Weinbaus: die Allobroger züchteten die Allobrogica, eine Rebsorte, die selbst strengen Wintern standhielt. Zur selben Zeit schufen die Bituriges Vibisci ein Weinbaugebiet in Burdigala, dem heutigen Bordeaux, um von ihren guten Handelsbeziehungen zu profitieren. Dies wurde nur durch die Einführung einer neuen Rebsorte, der Biturica möglich, da diese auch in regnerischen Gebieten gut gedieh. Allmählich breitete sich so der Weinbau in ganz Gallien aus.

125 Jahre v. Chr.

Die Römer schufen ein großes, von der domitianischen Römerstraße durchquertes Weinanbaugebiet, die Narbonensis.

80 n.Chr.

Burdigala wird zur Hauptstadt der Provinz Aquitanien.

92 n.Chr.

Kaiser Domitian ordnet die Zerstörung aller Weinberge in Gallien an.

270 n.Chr.

Der weise und tapfere römische Kaiser Probus verfügte, daß alle Bürger und vor allem die Gallier (Gallis omnibus) das Recht haben, Wein anzubauen, herzustellen und zu verkaufen.

Die Ausbreitung des Weinbaus in Frankreich, ausgehend von den Anbaugebieten am Mittelmeer:

1. Jahrhundert: Rhone-Tal

2. Jahrhundert: Burgund, Bordeaux und Südwestfrankreich

3. Jahrhundert: Loire

4. Jahrhundert: Champagne


Das Mittelalter

Die großen Weinbaugebiete des Mittelalters

Im Mittelalter kommt es zu einer erheblichen Umstrukturierung der Anbaugebiete. Der Bischof, der zur wichtigsten Person der Stadt geworden war, ließ vor den Toren der Stadt Wein von guter Qualität anbauen. Um ihren Bedarf an Meßwein zu decken und um ihrer Bewirtungspflicht nachkommen zu können, siedelten sich die Klöster in Gegenden an, die sich zum Anbau von Wein eigneten. Schon zu dieser Zeit, als sich die Transportmittel kaum von denen der Antike unterschieden, wurden bereits 750 000 hl Wein jährlich nach England exportiert.

1098

Der Abt Robert von Molesmes gründete in Cîteaux den Zisterzienserorden, der bald die wichtigste Rolle im Klosterweinbau innehatte.

18. Mai 1152

Die Heirat von Eleonore von Aquitanien mit dem späteren König Heinrich II. von England hatte ein verstärkte Ausfuhr von Bordeauxweinen nach England zur Folge.

1241

"Das Weinprivileg von Bordeaux". Der Hafen von Bordeaux bestimmte, daß die Weine "aus dem Hinterland" erst über die Garonne zu den im Hafen wartenden ausländischen Aufkäufern verschifft werden durften, wenn die gesamte Ernte aus der Region Bordeaux verkauft war.

1336

Der Weinberg des Clos de Vougeot im Burgund wird angelegt.

1395

Philipp der Kühne, Herzog des Burgund, verbot den Anbau der Gamayrebe zugunsten des Pinot Noir.


Der Weinhandel

Die Ausbreitung des französischen Weines

Im 16. Jahrhundert förderten die Holländer die Produktion von Weißweinen im gesamten Südwesten Frankreichs. Diese Weißweine waren zur Destillation und zur anschließenden Herstellung des "Bradevin" bestimmt. So entstand ein europäischer Markt für Spirituosen, der ein Jahrhundert später zur Herstellung der Weinbrände Cognac und Armagnac führte. Die zunehmende Verbreitung von Weinflaschen und Korken gegen Ende des 17. Jahrhunderts erlaubte einen besseren Transport und eine längere Lagerung der Weine. Im 17. Jahrhundert wurde nur der in direkter Nähe angebaute Wein konsumiert, da die Transportmittel ungenügend und zu langsam waren. Erst im 19. Jahrhundert, durch die Entwicklung der Eisenbahn, wurde der Wein zum französischen Nationalgetränk.

1579

Die holländische Unabhängigkeit wirkt sich positiv auf die Handelsbeziehungen mit Frankreich aus.

1668

Dom Pérignon wird zum Kellermeister der Abtei von Hautvillers in der Champagne ernannt und entdeckt das Prinzip der Flaschengärung, der Zusammenstellung einer Cuvée und des Dégorgements...

1776

Das Edikt von Turgot erlaubt den uneingeschränkten Transport von Weinen in ganz Frankreich und beendet hiermit das "Weinprivileg von Bordeaux".

1790

Gesetz zum Schutz der Verbraucher, das Betrug und Verfälschung bei Nahrungsmittel und Getränken unter Strafe stellt.

1857

Gründungsjahr der Eisenbahngesellschaft, die Paris mit dem Mittelmeer verbindet und die somit das Tor zu den Weinen Südfrankreichs öffnete.


Die Phylloxera

Die Phylloxera und andere Weinplagen

Daktulosphaira vitifoliae

In den 70er Jahren des 19. Jahrhunderts begann der Zerstörungsfeldzug der Phylloxera. Diese kleine gelbe, aus Amerika stammende Reblaus, zerstört die Wurzeln des Weinstocks und vernichtete fast alle Weinberge Frankreichs. Im Jahre 1885 fiel die Weinproduktion von normalerweise 80 Millionen auf 25 Millionen Hektoliter. Doch dann fand man eine Lösung: französische Rebsorten wurden auf Wurzelstöcke amerikanischer Reben gepfropft, die resistent gegen das Insekt waren. Eine Neubepflanzung der Weinberge war nun möglich. Durch die Phylloxeraplage wurde Wein zur Mangelware und führte zu Weinpanscherei und zur Herstellung von Kunstweinen. Durch das Gesetz vom 14. August 1889 wurde ein verbindliche Definition für Wein eingeführt: "Wein ist das Produkt einer teilweisen oder vollständigen Gärung frischer Weintrauben oder frischen Traubensaftes".

1854

Der echte Mehltau (Oidium) befällt die französischen Weinberge.

1857

Henri Mares, Weinbauer aus dem Languedoc, entwickelt die Technik des Schwefelns der Weinstöcke zur Bekämpfung des Mehltaus.

1864

Erstes Auftauchen der Phylloxera im Gard.

1868

Identifizierung der "Phylloxera vastarix" durch den Botaniker Jules Planchon von der pharmazeutischen Fakultät der Universität Montpellier.

1907

Überproduktion und Verfall der Weinpreise: Die Absatzkrise führt zum Aufstand der Weinbauern in Südfrankreich.


Der moderne Weinbau

Önologie im 20. Jahrhundert

Zum Schutz der französischen Weine wurde ein System von kontrollierten Herkunftsbezeichnungen eingeführt, die "Appellations d'Origine Contrôlées" (AOC).

Zur selben Zeit kann die Weinforschung immer mehr wissenschaftliche Erfolge aufweisen. Die Verbreitung dieses Wissens und die Fortschritte im Bereich der Forschung machen es möglich, die in den Trauben schlummernden Qualitäten voll zur Geltung kommen zu lassen. Die moderne Önologie hat es ermöglicht, daß jedes Terroir seine Besonderheit zum Ausdruck bringen kann und hat im Bereich der Technik der Weinbereitung eine wahre Revolution ausgelöst.

Frankreichs Rolle in dieser Entwicklung, die sich durch eine ständig steigende Qualität der Weine äußert, ist weiterhin beispielhaft.

1866

Der französische Chemiker Louis Pasteur widmet sich in seiner Arbeit dem Wein, den Weinkrankheiten und den neuen Methoden zur Konservierung und zum Ausbau des Weines.

1905

Gründung einer staatlichen Stelle zur Bekämpfung der Weinpanscherei.

1935

Einführung der kontrollierten Herkunftsbezeichnungen AOC, (Appellation d'Origine Contrôlée) und Gründung der INAO, einer Institution zur Kontrolle der Herkunftsbezeichnungen. (Institut National des Appellations d'Origine).

1945

Einführung der VDQS (Vin Délimité de Qualité Supérieure).

1955

Einführung des Staatlichen Diploms für Önologen.

1956

Der französische Weinbau und insbesondere der Süden des Landes wird von strengen Februarfrösten heimgesucht.

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